GC 08
Liebe Gemeinde, liebe Sportsfreunde,
ca. 800 km und 17.000 Hm später ist es an der Zeit, der Welt die Wahrheit über das Trainingslager auf GC zu erzählen.
Pünktlich am 9.3. um 03:30 versammelten sich einige von uns am Flughafen Köln um das lang ersehnte Trainingslager auf GC in Angriff zu nehmen. Trotz Hoffnung bis zum Schluss blieb es bei den bekannten Teilnehmern. So gingen Jörg, Calli, Markus, Jochen und Christoph auf die Reise.
Selbstverständlich erhielt Calli seinen Fensterplatz im Flieger und so konnten wir es kaum abwarten endlich in der angekündigten Sonne auszusteigen. Auf GC angekommen erst mal der Schock für diejenigen, die ihr eigenes (Profi)Material mitgebracht hatten; Radtransport 110 € extra :-). Willkommen auf GC, hier werden Sie geholfen. Kurz diskutiert und dann doch für 15 € erledigt. Schnell im Bus die Sonnenbrillen auf und ab die Post mit dem italienisch singenden Busfahrer. Im noblen Club Vista Golf angekommen kurz die Formalien erledigt und dann auf zu den Mieträder bzw. die mitgebrachten Räder montieren. Trotz Vorlage eines Zettels mit der Adresse der Radverleihs fuhr uns der sprachbegabte und außerordentlich freundliche Taxifahrer nicht zum Radverleih “Free Motion” sondern zu dem am anderen Ende der Stadt gelegenen Hotel “Green Ocean”, Hauptsache es klingt ähnlich. Wenigstens war der Fahrer sauer auf uns, weil er zu blöd zum Lesen war. Endlich angekommen war der Rest mit den Mieträdern kein Problem und das Material wirklich gut.
Dann ging es auf bei super Wetter die erste Tour und diejenigen, die GC noch nicht kannten waren über die steife Brise (Km/h 19, Puls 135) ebenso überrascht wie über die Anstiege, die unmittelbar an der Küste begannen. Ich kann mich an die Namen der Orte, die wir am 1. Tag durchfuhren nicht mehr erinnern aber eine super erster Tag. Das einzige was ich noch weiß und was sich vom ersten bis zum letzten Tag durchzog war der Rückweg über … und “den Gegenanstieg”. Den ersten Tag ließen wir dann wie jeden anderen Abend auch nach einem oppulenten Mahl im Club vor den bezogenen Appartements ausklingen, nach einem Abstecher im clubeigenen Supermarkt.
Soweit ich mich noch erinnere sind wir dann am nächsten Tag nach Soria und dann Richtung Pico Nieves gefahren. Die letzten 500 HM haben wir dann aber gelassen, weil die Wolken in den Bergen hingen und es richtig kalt war. Egal wie bei jeder Ausfahrt sind auch so winige HM zusammen gekommen. Am nächsten Tag haben wir “den Pico” bei herrlichem Sonnenschein dann genommen und hatten oben auf 1900 m einen herrlichen Blick auf den Pici Teide ?? (3718m) auf Teneriffa.
Am nächsten Tag dann eine weitere “Königsetappe”, wobei ich mir nicht mehr sicher bin, ob es sich dabei um das Tal der Tränen gehandelt hat. Jedenfalls war die Tour “Tal der Tränen” sehr beeindruckend, was nicht daran lag, dass ich an einem Anstieg “explodiert”bin und Jochen mich überholte und mich beim überholen zurückblickend anschaute wie Armstrong als er unseren armen Ulle am Berg hat stehen lassen und sagen wollte “komm mit, wenn Du kannst”, was in diesem Augenblick eben gerade nicht der Fall war. Als Jochen merkte, dass ich nicht mehr zu Späßen aufgelegt war zog er wie beflügelt seines Weges dem Gipfel entgegen. Ich habe an diesem Tag trotzdem meine beste Leistung erbracht, weil ich mich trotzdem hochgequält habe und mich im späteren Verlauf der Tour sogar wieder regenerierte. Am Abend dann same procedere as every night “Essen, Supermarkt, Alkohol und Mumie”. Mumie ist ein Synonym für einen ausgestreckt auf einer Sonnenliege platzierten und mit einer Wolldecke zugedeckten Radsportkörper.
Den Ruhetag nutzten nicht alle als Ruhetag, weil dafür das Wetter, die Berge etc. einfach zu schön waren. Am Abend vor dem Ruhetag haben wir uns dann ein wenig im Städtchen umgeschaut und sind in irgendeiner Kneipe gelandet, in der diese Schwedin mit diesen wahnsinnig schönen … Augen (Meloneras) hinter der Theke stand.
Nach dem Ruhetag machten sich dann Jörg, Jochen und ich auf, den Pico von der letzten Seite aus, als von Aygumes ? aus zu besteigen. Der Anstieg ist uns an den vorhergehenden Tagen bei der Abfahrt mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten aufgefallen. Dieser Anstieg mit sehr steilen, dauerhaften Passagen (Steigung max=22 %) verlangte - zumindest mir - alles ab. Nach dem Passo Fedaia (Arrabaseite) das brutalste, was ich bislang gefahren bin. Unter der Anstrengung ließ ich mich sogar zu dem Spruch hinreißen “ich schaffe es nicht” (ich dachte ich müsse schieben), woraufhin Jochen antwortete “denk einfach nicht dran”. So einfach ist das ! So haben wir es dann doch auf die ehrenhafte Art geschafft, ein weiterer Supertag, mit einer super Tour, die wir mit einem Rieseneis an der Promenade ausklingen ließen. Am Abend noch schnell ne Batterie für den Pulsgurt zum Schnäppchenpreis gekauft (10 € aber von Maxell, is good Kwollitie, man hat mich der Typ verarscht) und dann… (Essen, Supermarkt, Mumie).
Tja so ging die Woche ruck zuck vorbei und wir hatten eine Menge Spaß und ein super Training mit richtig vielen Höhenmetern und netten Abenden. Eine super Truppe und ich hoffe, dass Michael und Pino und wer auch immer nächstes Jahr auch mit dabei sind. Ich würde in jedem Fall wieder hin.
Gruß und
wir sehen uns dann oben am Berg
Wenn ich das so lese und dann aus dem Fenster schaue, bekomm ich gerade jetzt mächtig Lust auf ein Trainingslager! Heul…
↓ Quote | Posted 14. April 2008, 14:40