Da ist meine Heimat…
mein Bergisches Land.
So beginnt der der Refrain des Bergischen Heimatliedes, das ich als gebürtiger Solinger natürlich mit der Muttermilch aufgesogen habe. Nicht ganz ohne Hintergedanken hatte ich Anfang Oktober dazu aufgerufen, gemeinsam den Klingenpfad mit dem MTB zu befahren, der auf der Stadtgrenze von Solingen verläuft und deshalb auch S-Weg genannt wird. Den wollte ich schon früher immer mal am Stück fahren, schreckte aber Mitte der 90er noch vor 70 Kilometern mit ständigem Auf und Ab zurück. Nach dem Alpencross sollte das aber fahrtechnisch und zeitlich überhaupt kein Problem mehr sein.
Die Wettervorhersage war gut und so ging es am 13.10. zu fünft (beppo, jock, ralex, snooze et moi) nach Solingen zum Startpunkt, wo wenig später auch Markus aka Radfahrender eintraf. Wir hatten beide den Track auf dem Garmin, in Sachen Navigation sollte es also keine größeren Schwierigkeiten geben. Nachdem wir den zwischen Häusern versteckten Trail gefunden hatten, ging es erstmal vor meiner ehemaligen Haustür entlang und dann über für mich altbekannte Waldwege durch die Ohligser Heide Richtung Hilden. Kleinere Tragepasage über gesperrte Brücken konnten uns nicht aufhalten. Nach der längsten Asphaltstrecke der Tour in Hilden gaben wir durchs Itertal ordentlich Gas Richtung Gräfrath. Ab da begann der schönste Teil der Tour. Ein Höhepunkt war sicher mal wieder die Müngstener Brücke, Deutschlands (oder sogar Europas?) höchste Eisenbahnbrücke in Stahlbauweise. Von einem der Aussichtspavillons hat man bei einer kurzen Pflichtpause den besten Blick und umso schöner ist es, wenn sich die Solinger und Remscheider Wälder in den tollsten Herbstfarben präsentieren.

Entlang der Wupper zog uns der beständig auf unterschiedlichen Höhenlinien verlaufende S-Weg langsam aber sicher den Saft aus den Beinen und in Schloss Burg war eine Pause zum echt bergisch Waffelessen vorgesehen. Denkste! Dummerweise führt der Klingenpfad nicht durch Burg sondern drum herum – ist ja eigentlich auch logisch. Aus maximal 5 Minuten bis zur Rast wurde erstmal eine Stunde, bis es nach Umrundung von zwei Dritteln der Sengbachtalsperre wenigstens was zu trinken gab. Sorry, Jungs! Weitere 20 mal max. fünf Minuten und rund 500 HM (inkl. der Höchststeigung von 27%) später, war es dann endlich so weit. In der Wipperaue kurz vor Ende der Tour erhielten wir die nun mehr als verdiente Belohnung für die Strapazen – wahlweise mit Kirschen, Vanilleeis oder Sahne. Beim nächsten Mal würde ich wohl trotzdem einen Abstecher nach Burg einbauen.
Von da war es ein Katzensprung zu den Autos und eine traumhafte Herbsttour ging zu Ende. Noch erwähnenswert aus technischer Hinsicht: Das XC4 erwies sich in Sachen Preis-/Leistung und Performance mal wieder als überragendes Bike im Feld und war ständig vorne zu finden. Dank Navigation per Garmin konnten größere Umwege vermieden werden, bei derart guten Tracks ein deutlicher Vorteil gegenüber Karten.
Anhand der Rückmeldungen würde ich sagen, die Runde hat allen mächtig Spaß gemacht und schreit nach Wiederholung. Die Tour gegen den Uhrzeigersinn wurde mir aber schon von ortskundigeren Fahrern als nicht machbar geschildert. Aber nach R- und S- bleibt ja immer noch der W-Weg rund um Wuppertal mit 105 KM und 2400 HM. Man muss ja noch Ziele haben…