Absolute Wahnsinnsshow - Ötzi 2007
Bedingt durch diverse berufliche und private Termine sowie unseren MTB-Alpencross in der ersten Septemberwoche komm ich erst jetzt dazu, einen Ötzi-Bericht zu verfassen. Alles muss man selber machen!
Nachdem ich 2006 noch alleine am Start war, fuhren wir dieses Jahr mit dem gesamten „Kernteam“ (beppo, jock, snooze und ich) Richtung Sölden. Gemeinsam mit blitzdings, Radfahrender, efix und anton war Etage 1 der Pension Annabelle fest in unserer Hand. Der größte Teil der Truppe war bereits donnerstags angereist und pünktlich setzte sich ein Hochdruckgebiet über das Ötztal. Dem wollten die Vorjahresstarter noch nicht so recht trauen, das kam uns aus 2006 (Regen am Renntag) noch verdächtig bekannt vor, doch dazu später mehr.
Prolog
Am Freitag ging es mit ein paar „Gastfahrern“ (Frank und Thorsten) auf eine lockere Runde Richtung Hochsölden und Vent, den Rettenbachferner wollten sich die meisten aus Respekt vor dem Ötzi nicht antun. Nach Kaffee und Kuchen mussten am Nachmittag erstmal die Formalitäten erledigt werden. Die Abholung der Startunterlagen war wie immer problemlos. Keine Warteschlangen, keine Sucherei – so muss eine Großveranstaltung organisiert sein.
In der Ecke vom Fotoservice entdeckten wir als Werbematerial dann plötzlich mein Vorjahresfoto im Großformat, aber alle Versuche das Bild für lau abzustauben schlugen fehl. Egal.
Am Samstag brachen wir nach einem ausgiebigen Frühstück gegen Vormittag zu einer weiteren Vorbereitungstour gehen, als plötzlich noch Wildspitze und Mike vor unserer Pension auftauchten. So ging es dann die etwas nervige Hauptsraße runter, um von Umhausen die wirklich schöne Strecke vorbei an Tirols höchstem Wasserfall nach Niederthai unter die Räder zu nehmen. Ich hatte den Anstieg zwar flacher in Erinnerung, aber oben wurden wir glücklicherweise mit einem fantastischen Kuchenangebot belohnt. Tasse Kaffee, Soda und ein Riesenstück Blechkuchen wie 2006 für 3 Euro - Das sind noch stabile Preise!

Etwas Aufregung packte mich noch, als ich bei einem Treffen am Nachmittag mit Harry und Marco aus der Norwegentruppe erfuhr, dass unsere Trondheim – Oslo Zeit die Berechtigung für die 1. Startgruppe und damit reduzierten Stress bei der Startaufstellung bedeutete. Das bedeutete erstmal Lauferei – Startnummer in der Pension holen, zur Rennleitung, wieder zurück in die Pension und noch Rahmennummer holen, wieder zur Rennleitung – aber Ende gut, alles gut. Auf beiden Startnummern klebte ein kleiner gelber Aufkleber, auf dem „Gruppe 1“ stand. Schnell zum Abendessen und danach noch ein kleiner Abstecher zum Forumstreffen auf der Tribüne der Freizeitarena. Mittlerweile war klar, dass sich ein stabiles Hoch über der gesamten Runde breit gemacht hatte und wir die einmalige Chance bekommen würden, den Ötzi komplett trocken und bei besten Bedingungen fahren zu können. Hieß andererseits aber auch: das Wetter würde keine Ausreden für schlechte Zeiten liefern!
Entsprechend motiviert mit diesem positiven Kribbeln im Bauch, legte ich meine Sachen für den Sonntag zurecht. 3 Riegel, 12 Gels – das ist zwar nicht besonders lecker und vielseitig, sollte jedoch kurze Standzeiten an den Labestationen garantieren und an Verpflegung schon fast ausreichen.
Morgenrituale – es wird ernst
Nach einer Nacht mit wenig Schlaf, wollte ich mir aus Solidarität mit den anderen das frühe Frühstück reindrücken. Doch erste Schrecksekunde: Unsere Wirtin hatte verschlafen! Die Brötchen standen vor der Tür und so war erstmal Selbstverpflegung angesagt, bis wenige Minuten später eine peinlich berührte Wirtin erschien und in Rekordtempo Kaffee und die restlichen Frühstücksutensilien herbeischaffte.
Gegen 5:30 brachen die lieben Kollegen auf, ich hatte noch eine knappe halbe Stunde mehr Zeit, um zum Start zu fahren. Zeit genug zum Anziehen, Taschen voll packen und nochmal an der Bremse ziehen. Oooops, Fehler! Was wackelt denn da so? Der Steuersatz im neuen Quantec, das in einer Not-OP kurz vor der Abreise fertig wurde und in Sölden mein bewährtes Cannondale (Rahmenbruch) ersetzen musste, war nach den ersten beiden Touren etwas locker. Also Inbusschlüssel raus und nachziehen. Und dann nichts wie los zum Start.
Dort oben war schon das übliche mittlere Chaos ausgebrochen. Trotz Sperrung der Zufahrtsstraße versuchten hunderte von Radfahrern von vorne in den Startbereich zu fahren, was eigentlich nur dem ersten Block gestattet war. Egal, Zeit genug und fünf Minuten später reihte ich mich hinter rund 250 Fahrern im Gitterkäfig ein. Als dannMarco und seine Kollegen von der RIG Freiburg kamen, wurde noch ein bisschen gefachsimpelt, Strategien ausgetauscht, während die offizielle Startuhr Richtung 6:30 Uhr tickte. Zum Nervositäts-Pinkeln war dummerweise keine Zeit mehr, aber meine Blase fühlte eh sich ganz passabel an, das sollte noch eine Weile reichen. Plötzlich merke ich, dass jemand das Licht eingeschaltet hat. Vor einer halben Stunde war es noch fast dunkel und jetzt taghell. Dann die Ansage: „Noch eine Minute!“ Rad ausrichten, aufsteigen, Garmin starten, Sonnenbrille auf, am Helm und am Trikot rumzupfen und dann konnte es losgehen.
Startschuss!
Die Fahrer vor mir rollen an, es dauert nur wenige Sekunden, bis sich die gesamte erste Gruppe in Bewegung setzt. Keiner hat Problem beim Einklicken, es geht zügig los, der Wind rauscht einem in der leichten Abfahrt sofort um die Nase. Schnell hat das Feld deutlich über 50 km/h, meine Freundin wollte vor der Pension stehen, aber da sie sich ein Stück weiter platziert hatte, habe ich sie leider nicht gesehen. Bei dem Tempo gehören die Augen ohnehin auf die Straße. Bei der Einfahrt in den ersten Tunnel höre ich das Pfeifen der Bremsbeläge auf den zahlreichen Carbonfelgen, plötzlich ein Schrei und ein Krachen hinter mir. Das unangenehme Geräusch von auf Asphalt einschlagendem Carbon oder Alu darf man in diesem Moment nicht an sich ranlassen. Einfach weiter fahren, schön nach vorne gucken. Die nächste Schrecksekunde ein paar Kilometer später an einer der ersten Verkehrsinsel. Irgendeiner kann sich nicht entscheiden, ob er rechts oder links vorbei fahren soll und schon der nächste Sturz.
Rennfilm
Mein erstes Ziel: „Heil nach Ötz runter kommen.“ ist also wieder mit einer Menge Adrenalin verbunden, aber die folgenden Kreisverkehre und Inseln laufen alle sauber und nichts passiert. Ich fahre bei rund 36 Minuten an der Zeitmessung vorm Kühtai vorbei und bin damit 2 Minuten schneller als 2006 und dazu habe ich das Gefühl, viel weniger gearbeitet zu haben als noch im Vorjahr. Der eigentliche Vorteil an Startgruppe 1 ist, dass die Einfahrt ins Kühtai viel entspannter läuft. Hatte ich im letzten Jahr noch ein paar „Experten“ vor mir, die mitten auf der Straße ihre Jacke ausziehen musste, kann ich jetzt zügig und ungehindert rein fahren. Es läuft optimal, ich treffe Jörg Petscheleit von Velo Solingen und Peter Hernold vom TV Essen Kettwig und wir quatschen ein wenig. Ich orientiere mich an den beiden, weil ich weiß, dass sie ungefähr die gleichen Ziele, wie ich haben und so geht das Kühtai fast wie von selbst, man wird. Oben beim Fototermin mal schnell die Scheibe aufgelegt und das Bravoboy-Lächeln - Style muss sein!
Dann mit zusammengekniffenen Augen ins Gegenlicht und zu Jacqueline (Freundin von Harry), die oben wartet und mich dankenswerter Weise mit frischen Getränken versorgt, was mir etwas Zeit gegenüber der offiziellen Verpflegung sparte.
Die Abfahrt läuft gelinde gesagt etwas zäh. Zwar geht es anfangs zügig, aber ab dem schnellen Mittelteil werde ich dann bei über 90 Km/h ein wenig ausgebremst. Na ja, den Schwanzvergleich mit der Höchstgeschwindigkeit abgehakt und auf Sicherheit fahren. Als ich vor mir eine etwas größere Gruppe sehe, geb ich Gas, um auch hier Körner zu sparen. Leider hat die Gruppe wenig „Flow“, vor allem in den lang gezogenen Kurven wird viel zu viel gebremst. Trotzdem hab ich in Innsbruck 4 Minuten weniger auf der Uhr als in 2006 und bin damit auf Kurs für eine Zeit unter 9 Stunden.
Vorm Brenner werden plötzlich einige italienische Kollegen mächtig nervös. Zunächst kapier ich gar nicht, was da los ist, doch im Anstieg sehe ich dann, dass alle italienischen Favoritinnen in der Gruppe versammelt sind und sich kurz zuvor der Begleittross von Anna Corona formiert hat. Das Tempo ist dadurch flott, aber nicht zu schnell, die Gruppe schön groß und ich kann mich gut verstecken. Unfassbar nur, wie dreist Anna Corona von ihren Begleitern immer wieder angeschoben wird, teilweise mehrere hundert Meter lang. Und das direkt vor den Augen der Konkurrenz, denn neben mir fährt Karin Gruber, die sich nicht gerade erfreut über diese Hilfestellungen zeigt. In einem kurzen Wortwechsel empfehle ich ihr, das sportlich zu regeln, was sie - wie ich im Ziel erfahre – mit ihrem Gesamtsieg erfreulicherweise auch beherzigt. J Die Auffahrt zum Brenner läuft ansonsten genau nach meinem Geschmack. Etwas schneller als im Vorjahr und dabei fast schon erholsam. Die Brennerlabe nach dem kurzen Steilstück kostet wie immer mehr Zeit, als einem liebt ist. Dafür läuft die Abfahrt in einer kleinen Gruppe ziemlich gut. Ich zeige auch kurz meinen guten Willen und setze mich mit an die Spitze, passe aber nach wie vor auf, noch nicht zu viel Energie zu verpulvern. In Sterzing fühle ich mich sehr gut und quatsche ein wenig mit einem Mitfahrer, der mich sehr eindringlich davor warnt, den anstehenden Jaufen nicht zu schnell zu fahren. Wär ich nie drauf gekommen…
Der Jaufen ist durch seine gleichmäßige Steigung einer der angenehmeren Alpenpässe und genau dadurch besteht die Gefahr, sich vor dem Timmelsjoch kaputt zu fahren. Bei Halbzeit passiere ich mal wieder die italienischen Damen, deren Begleitfahrzeuge mir und anderen Fahrern mächtig auf die Nerven gehen. Ist einfach nicht angenehm, direkt hinter einem alten stinkenden Fiat Brava einen Pass hochzufahren. Dazu das übliche Corona-Geschiebe, das mich letztlich sogar dazu veranlasst, bei der Rennleitung ein wenig zu petzen. Der Anstieg läuft richtig gut, oben liegt einer direkt an der Fahrbahn auf der Wiese und pennt. Inspector - wie ich hinterher im Forum erfahre. Ist wohl ein bisschen schnell angegangen. Die letzten Kilometer nehme ich raus, denn die Abfahrt nach St. Leonhard ist nicht besonders lang, das anstehende Timmelsjoch mit seinen 1800 Höhenmetern dafür umso länger. Trotzdem fahre ich den Jaufen deutlich Minuten schneller als 2006. An der Labe stoppe ich so kurz wie möglich, außerdem herrscht ein ziemliches Durcheinander da oben. Die Abfahrt läuft bis auf ein paar rollende Hindernisse, die eine sehr merkwürdige Ideallinie fahren sehr erholsam und ist bei trockener Straße einfach ein Traum. Nur am Belag müsste mal was passieren, die Löcher und Riefen sind an einigen Stellen fast schon gemeingefährlich.
Unten angekommen wartet meine offene Rechnung von 2006 auf mich: das Timmelsjoch. Von knapp 700 m geht es in zwei Etappen hoch auf über 2500 m und im Vorjahr gingen mir da ziemlich die Lampen aus. Meine Ernährung funktioniert bis jetzt hervorragend, mein Magen hat 3 Riegel und 7 Gels sowie ein Käsebrot und etwas Trockenobst an den Laben problemlos verarbeitet, fürs Timmelsjoch habe ich noch 5 Stück und ich nehme eins alle 400 – 500 HM. Im Anfangsteil versuche ich mich etwas zu zügeln und lasse mich nicht verleiten, mit anderen Fahrern im Anfangsteil mitzugehen. Stattdessen fahre ich konsequent mein Tempo, so dass ich auch an der Labe nur kurz halten muss, um Getränke aufzunehmen und eine halbe Kraftkugel zu essen. Bah, total süß die Dinger – na ja, wenn’s schnell macht. Beim Anfahren merke ich die Strapazen des Tages und fühle mich erstmals richtig leer. Mit dem Wissen, dass nur noch einige steile Kehren zwischen mir und einer richtig guten Zeit stehen, stecke ich mir den Shuffle ans Trikot, die Kopfhörer ins Ohr und versuche mich damit etwas abzulenken.
Die Beine macht das zwar nicht frischer, aber es funktioniert - Placebo und Co rocken mich Richtung Gipfel. Immer ein Lächeln für die Fotografen auf den Lippen überhole ich einige Fahrer, das gibt Auftrieb. Ein paar Kilometer vor dem Gipfel weiß ich anhand meiner Durchgangszeiten, dass mich nur noch ein Defekt oder ein Sturz um eine gute Zeit bringen können – und bekomme plötzlichen einen sentimentalen Anfall vor lauter Glück. Ich muss mich fast zwingen, nicht loszuheulen, denn immerhin liegen hoch 400 Höhenmeter und der Gegenanstieg in der letzten Abfahrt vor mir. Bisschen früh für Freudentränen! Der Rest geht dann auch noch gut von der Hand, im Tunnel tropft das Wasser von der Decke, der plötzlich Temperaturabfall lässt die Muskulatur ein wenig krampfen. Aber was soll einen hier oben noch aufhalten. Die leicht ansteigende Gerade bis zur Passhöhe drücke ich so gut es noch geht und stürze mich in die Abfahrt. Ich bin fast allein unterwegs und lasse laufen, das einzige was nervt, ist der Ohrhörer vom Shuffle, der sich plötzlich selbständig macht. Lieber das Teil verlieren als bei über 80 Km/H versuchen, das Ding im Trikot zu verstauen. Der Gegenanstieg ist schnell erreicht, jetzt kann ich ihn wegpacken. Diese 150 Höhenmeter vor der Mautstation sind mit die gemeinsten der gesamten Strecke, denn sie sind einfach nur unnötig. Kein richtiger Berg, kein Pass, nichts – einfach nur ein blöder Hubbel, der einem den absoluten und wohl verdienten Abfahrtsgenuss vermiest. Doch auch das geht vorbei. Nach der Mautstelle geht’s wieder bergab und wieder merke ich, wie mich die Aussicht auf eine Zeit um 8:30 euphorisch werden lässt. „Konzentrier Dich!“ sage ich mir immer wieder und überhole in den Serpentinen einen recht unorthodox fahrenden Kollegen. SV Umhausen, der sollte doch wissen, wie man solche Abfahrten schnell runter komm Kurz vor Zwieselstein fahre ich drei Mann auf, die sich sofort an mich dran hängen. Ich gebe alles und versuche, Sie zu animieren mit durch die Führung zu gehen. Ergebnis: Die Geschwindigkeit sackt ab. Dann halt nicht, die 3 – 5% nach Zwieselstein tun noch mal richtig weh, aber wenigstens sind die „Lutscher“ noch breiter als ich und so kann ich den Rest ganz für mich alleine genießen. An der Feuerwehr vorbei, rein nach Sölden, überall applaudierende und anfeuernde Menschen. Eine tolle Kulisse und plötzlich sehe ich Vroni am Straßenrand stehen und winken. Das ist die Krönung! Besser geht’s nicht, Freude pur, was für ein unglaubliches Glücksgefühl! Der Rest ist nur noch Genuss, Rechtskurve, Zielgerade, unter dem Zielbogen durch, ein kurzer Blick auf die Uhr. Irgendwas um 8:25! Das hätte nie für möglich gehalten!
Im Ziel
Ich höre Marco rufen, der mit seinen Freiburger Teamkollegen schon seit einigen Minuten angekommen ist. Wie beim Start stehen wir wieder zusammen, nur etwas durchgeschwitzt und froh, dass wir es alle gut hinter und gebracht haben. Zur Belohnung gibt es erstmal ein alkoholfreies Radler, dann einen dicken Kuss von Vroni. Nach dem am Vorabend verabredeten Fototermin beim verrückten Huhn rollt auch schon Rios über die Ziellinie und kurz darauf ein strahlender Radfahrender. Das, was blitzdings und ich immer schon wussten, hat er wahr gemacht – deutlich unter 9 Stunden seine Zeit. Gegenseitige Glückwünsche und Umarmungen sind jetzt fällig, gleichzeitig warte ich gespannt auf die anderen dsd’ler.
Irgendwann brauche ich etwas Ruhe und bemühe mich, aus dem mittlerweile gut gefüllten Zielbereich rauszukommen, was gar nicht so einfach ist. Nach kurzer Sucherei finde ich Vroni und Gabi und wir warten gemeinsam auf den Rest der Truppe. Das ist fast noch aufregender als selber fahren. Nach und nach trudeln sie ein, blitzdings ist uns irgendwie durch die Lappen gegangen, aber snooze und beppo biegen mit nur wenigen Minuten Abstand nach gut 9:30 auf die Zielgerade und Jock noch mal ein dreiviertel Stunde später.
Darauf erstmal ein Bierchen! Schließlich sind auch efix und anton da und jeder hat so seine Geschichten zu erzählen. Wir entschließen uns, erstmal zu duschen. Quarkwade wird zwar noch vermisst, aber er hatte zwischenzeitlich vor auszusteigen und so ist ungewiss, wann er überhaupt ins Ziel kommt.
In der Pension geht es weiter, alle sind aufgekratzt und gut gelaunt, Erschöpfung ist trotz der Strapazen des Tages bei niemandem zu spüren.
Auf dem Weg zum gemeinsamen Abendessen kommen uns noch etliche Radfahrer entgegen - die natürlich alle angefeuert werden - und selbst, nachdem wir das Lokal verlassen haben, sind noch die letzten unterwegs. Auch Quarkwade ist inzwischen - auf zwei Rädern – ins Ziel gekommen und gesellt sich noch zu uns. Der Abend klingt, begleitet von einigen Bierchen, nach dem Besuch der Siegerehrung (Ehrensache!) und einem letzten Absacker in einer Bar so langsam aus. Es war ein toller Ötztaler mit einem Wetterchen, wie man es vielleicht nur einmal im Leben geboten bekommt!
Epilog
Mit einigen Tagen Abstand bin ich immer noch stolz auf das, was ich geleistet habe. Ich wusste, ich kann eine gute Zeit fahren, aber nach den Schwierigkeiten in der Vorbereitung war ich doch überrascht, wie gut es lief. Die vielen positiven und anerkennenden Worte tun natürlich zusätzlich gut. Das schönste an diesem „Betriebsausflug“ mit Anhang nach Sölden waren aber mal wieder die Menschen und das Gefühl, mittlerweile eine festen Kern von Leuten zu haben, mit denen man nicht nur Fahrrad fahren kann, die sich völlig unkompliziert gegenseitig in vielerlei Hinsicht unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und die Mädels als „Unterstützungskräfte“ waren sowieso unbezahlbar. Dagegen sind Zeiten und Ergebnisse schon fast Nebensache. dsd – choice of champions!
Und 2008? Ich weiß es noch nicht, aber nach Ausgabe 2 glaube ich, der Ötzi könnte einen festen Platz in meinem Rennkalender bekommen.