Fahrbericht RTC dsd TDI
Beim Marathon “Rund um Bonn” ist dsd seit Jahren traditionell vertreten. Wie so oft in diesen Sommern wurde vorher wieder ordentlich abgewogen, ob das Wetter uns denn gnädig sein würde und wie so oft in diesem Sommer erwies sich jede Vorhersage im wahrsten Sinne des Wortes als graue Theorie. Es regnete schon um 5:30 Uhr als ich mir über den Ring am Nachtflug vorbei den Weg durch die Reste des Kölner Nachtlebens bahnte.
Foto (c) Jens Regulski
Dennoch war die Stimmung am Start gut, der Andrang hielt sich allerdings sehr in Grenzen. Schnell noch ein paar Fotos organisiert von unserer 4 Mann-Kleingruppe (beppo, jock, hok, snooze) und los ging’s über St. Augustin erstmal raus aus Bonn und durch Jocks alte Heimat, der dann auch die ein oder andere Anekdote zu Ortschaften, Gasthäusern, Kreuzungen und Straßenbelägen beizutragen hatte. Das Wetter Richtung Südosten entlang der A3 war in Ordnung, Wasser kam fast nur von unten. Nach dem Wendepunkt der Strecke nahm der Himmel jedoch bedrohliche Züge an, die Aussichten waren pechschwarz. Aber irgendwie hatten wir Glück und es zog immer um uns herum, an uns vorbei oder vor uns weg. Jedenfalls blieben wir auch in der Neuwieder Ecke trocken und erreichten die Kontrolle am Rheinufer in Bad Hönningen, wo wir die Fähre nahmen.
Dort hatte sich eine Gruppe gesammelt und es ging unter Führung eines Waltroper Sprinters flott vom Rhein das Vinxtbachtal hoch. Das war der längste Anstieg des Tages, von rund 50 Meter hoch auf 550 Meter ü.NN. Dummerweise musste ich nach einigen Kilometern erstmal einen Schleicher am Vorderrad beheben, so dass wir die Gruppe ziehen lassen mussten. Um den Anstieg etwas interessanter zu gestalten beschlossen wir ohne große Worte das Loch wieder zu zu fahren. Jock war ohnehin bei der Gruppe geblieben und Beppo schon mal “vorgerollt” und so machte ich mich mit snooze auf die Verfolgung, fuhren zuerst Beppo auf und schließlich Jock, der aber vernünftigerweise sein Tempo weiter fahren wollte. Es zeigte sich mal wieder wie schwer es ist, relativ kleine Rückstände von vielleicht 4 Minuten aufzuholen. Die ersten aus der Gruppe holten wir kurz vor dem Abzweig nach Schelborn rund 120 Höhenmeter unterhalb der Kontrolle am höchsten Punkt der Strecke ein und was dann folgte war der blanke Wahnsinn. Angetrieben von einem schreienden, anfeuernden Halbitaliener rasten wir mit eingeschaltetem Turbo immer hart an der Kotzgrenze die letzten 2 KM zum Amerikaner hoch. Die Überholten müssen gedacht haben, wir wären geisteskrank und ich bin geneigt, Ihnen Recht zu geben. Aber Spass hat’s gemacht und einige haben etwas verwundert geguckt, dass wir trotz Defekt schon da waren.
In der Abfahrt zum Rhein, der von Sinzig nach Linz wieder mit der Fähre überquert wird, erwischte uns dann doch leichter Regen, der aber nicht weiter störte. Was umso mehr störte war der folgende richtig fiese Hubbel, der nach steilem Beginn zäh weiter ansteigt. Gut, dass wir immer eine Ausrede hatten und auf Jock warten konnte, der sich echt wacker schlug. Ein echtes Naturtalent mit Dieselaggregat. Chapeau!
Der Rest der Strecke war gespickt mit einigen Gegenanstiegen und ging immer wieder über schöne Feldwege in Richtung Start/Ziel zurück. Die Streckenführung des Bonner Marathons ist ohnehin sehr positiv. Immer wieder gibt es kleine Änderungen und Varianten, um Hauptstraßen zu vermeiden. Die Helfer an der Kontrollen waren trotz des geringen Teilnehmerinteresses sehr freundlich und die Verpflegung klasse. Insgesamt gibt es am Bonner Marathon also nichts zu meckern, im Gegenteil das ist mittlerweile eine der am besten organisierten Veranstaltungen in der Region! Gleichzeitig ist es mit den vielen gifitgen Anstiegen, annähernd 3000 HM auf 215 KM auch eine der schwereren.
Foto (c) Jens Regulski
Bedenkt man, was organisatorisch und finanziell alles an einer solchen RTf hängt, sind solche Wetterbedingungen für die ausrichtenden Vereine umso bedauerlicher. dsd drückt die Daumen fürs nächste Jahr!
Olga …
Otkuda material ? …
↓ Zitat | Posted 2. Mai 2010, 7:58