Ein Juni-Sonntag – trocken und zackig

Wir sind endlich wieder mittendrin in der Marathonzeit und haben fast jedes Wochenende mindestens einen Grund früh aufzustehen. Hurra!

Leider sind mehr und mehr Kenntnisse in Sachen Hobbymetereologie nötig, da das Wetter einige Kapriolen schlägt. Aber glücklicherweise sind wir mittlerweile in der Lage, Wetterkarten zu lesen und einigermaßen zu interpretieren. Am dauerverregneten Samstag  beschlossen wir daher trotz einiger Absagen in Rodenkirchen beim 2. Eifel-Marathon an den Start zu gehen.

Um 7:15 Uhr starteten wir trocken mit einer größeren Gruppe aus überwiegend bekannten Gesichtern. Auf bekannten Wegen ging es aus Köln raus,  leider gibt es dafür immer wenige geeignete Alternativen – ein typisches Großstadtproblem. Den ersten Stich bei Rösberg kennt mittlerweile auch jeder und so arbeiteten wir uns relativ unspektakulär bis zum längeren Anstieg nach Todenfeld vor. Leider verabschiedete sich die halbe Gruppe danach und bog auf die 150er ab.

Für die Marathonisti änderte sich die Charakteristik der Strecke. Nach einigen Wellen gingen wir in die Abfahrt nach Schuld, wo uns der erste von vier großen Zacken im Höhenprofil erwartete. Oben in Reifferscheid wurden wir mit einer wärmenden Suppe erwartet, was angesichts der  Außentemperaturen eine echte Wohltat war. Gefühlt hatte das mit Juni wenig zu tun. Als nächstes wartete dann die Hohe Acht auf uns. Rund 300hm  waren hier zu überwinden, allerdings war der Anstieg eher gemäßigt und kam mir mit meiner noch ausbaufähigen Bergform doch sehr gelegen. Auch  sonst beschwerte sich keiner der Mitfahrer über mangelnde Steigungsprozente. Bei kühlen Temperaturen ließ sich das jedenfalls flüssig kurbeln. Dazu war es die ganze Zeit trocken. Lediglich ein paar feuchte Stellen deuteten hier und da an, dass es hier irgendwann mal geregnet hatte. Es  folgte eine schier endlose Abfahrt bis Ahrbrück, wo eine weitere Kontrolle wartete.

Der Weg hinauf nach Lind hatte es dann schon etwas mehr in sich, dafür wurden wir oben mit wärmenden Sonnenstraheln belohnt. Kürzer aber steiler, wenn meine Erinnerung nicht trügt. Nach rauf folgte logischerweise wieder runter, wo dann mit dem RTF-Serpentinenklassiker nach Krälingen der  letzte ernstzunehmende Hügel zu bezwingen war. Oben wartete in einem Innenhof eine meiner Lieblingskontrollen. Irgendwie haben wir da immer Spaß  – vielleicht, weil das Schlimmste da vorbei ist und es fast im freien Fall nach Köln geht. Die letzten knapp 60KM gehen nämlich tatsächlich - abgesehen vom Villerücken – überwiegend bergab.

Zusammenfassend muss man sagen, dass es dieser Marathon durchaus in sich hat. 2400HM auf 211KM schrecken uns ja nicht mehr wirklich, aber der bei weitem größte Teil der Höhenmeter liegt nunmal auf den mittleren 100KM in den 5 längeren Anstiegen und den kleinen Stichen dazwischen. Empfand ich das Einrollen noch als angenehm, ging mir die Strecke nach Köln ab Rösberg zunehmend auf die Nerven. Das ist halt ein notwendiges Übel, um  nach Hause zu kommen. Da die Strecke eh länger ist als angegeben, sollte man vielleicht ab Lommersum einen direkteren Weg wählen. Ansonsten gibt es im Nachhinein nichts zu meckern.

Im Gegenteil: Ein ganz dickes Lob und “Danke schön!” geht an die Organisation des RTC Rodenkirchen und die durchweg freundlichen und hilfsbereiten Helfer an  der Strecke. Die Verpflegung war an allen Kontrollen gut und ausreichend. Auch der Service im Vorfeld mit ausführlicher Streckenbeschreibung,  Höhenprofil und GPS-Track ist nicht selbstverständlich.

Im Ziel wurde dann noch kurz mit den Kettwigern und ein paar anderen “Verrückten” gequatscht und dann ging es ab aufs Rad nach Hause, um den  Restsonntag mit einer wohligen Schwere in den Beinen zu genießen.

Fast hätte ich es vergessen: Auf den letzten 5KM erwischte uns dann doch noch ein wenig Nieselregen, aber angesichts der instabilen Wetterlage  können wir dem Wettergott und dem RTC Rodenkirchen nur danken für diesen schönen Tag.

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